Immer wieder Kummer mit dem "Kummerberg"

In der Kommunikation der Verwaltung heißt er "Bergehalde 26" - der "Kummerberg" am Ortsausgang Gelldorfs direkt an der B 65 Richtung Bückeburg und ist einer von 29 Schieferabraumhalden in der Region. Er war immer ein besonderer Berg: während die anderen bestenfalls zum Versteckenspielen oder für frühe Rendezvous geeignet waren, hatte diesen die Familie Strübig zu einem herrschaftlichen Domizil - mit Duldung des langjährigen Gelldorfer Bürgermeisters Friedrich Lindemeier - hergerichtet. War er zunächst noch im Dienst der Gemeinde und diente u.a. dem kollektiven Eiersuchen der Kinder am Ostersonntag, entstand später eine Obstplantage, ein exklusiver Tennisplatz mit Klubhaus und einer vier Meter hohen Umzäunung. Und so blieb der Berg fortan wesentlich der Ortsprominenz vorbehalten, z.B. dem schweißtreibenden Ballspiel oder anderen Obsessionen nachzugehen.

Doch die herrschaftlichen Zeiten gingen vorbei. Jahrelang war der Berg Müllhalde, bevor Celestino Caccia in käuflich erwarb und jetzt für eigene Zwecke nutzen will: er soll wieder das werden, was er auch früher war: ein Refugium für Freizeit und Familienerholung.

Das Bauordnungsamt des Landkreises will allerdings ein Wörtchen mitreden: in einem mehrseitigen Schreiben nimmt es Anstoß an der Gestaltung des Berges und sieht "öffentliche Belange" beeinträchtigt. Ein bereits angelegter Wall könne dazu beitragen, daß eine "Splittersiedlung" entsteht und die Bebauung planlos ausufere. In den nächsten Tagen wollen Mitglieder des Obernkirchener Ortsrates das Objekt der Begierde in Augenschein nehmen. Vielleicht entdecken sie dabei den hohen Freizeitwert des Berges und kommen in Zukunft öfter?