Nina Pawlowa über Sabina Spielrein

Sie war, wie alle ringsum fanden, furchtbar unpraktisch. Anziehen tat sie nur, was irgend jemand ihr schenkte. Sie sah aus wie ein altes Weiblein, obwohl sie es den Jahren nach gar nicht war. Sie ging gebeugt, in einem alten, schwarzen Rock, der bis zur Erde reichte. Dazu trug sie Spangenschuhe, Marke 'Herbst des Lebens', wie man heute sagen würde, ich glaube, die hatte sie noch aus Berlin. Meine Großmutter zog sich so an. Sie war vom Leben mitgenommen, das sah man. (Alexander Etkind, Eros des Unmöglichen. Leipzig 1996, S. 193)

C. G. Jung über Sabina Spielrein

Die Kleine verlangte stets sehr viel von mir. Jedoch ist sie es wert. Es freut mich, dass Sie auch nicht schlimm von ihr denken. (Sigmund Freud / C. G. Jung, Briefe. Frankfurt/Main 1974, S. 519)

Hermann Hesse über C. G. Jung

Bei Jung erlebe ich zur Zeit, in einer schweren und oft kaum ertragbaren Lebenslage stehend, die Erschütterung der Analyse … Es geht bis aufs Blut und tut weh. Aber es fördert … Ich kann nur sagen, dass Dr. Jung meine Analyse mit ausserordentlicher Sicherheit, ja Genialität, führt. (Hermann Hesse, Gesammelte Briefe. Bd. 1. Frankfurt a.M. 1979, S. 473)

Sabina Spielrein über C. G. Jung

Die reine Freundschaft verträgt der Mann auf die Dauer nicht. Bin ich gut zu ihm – dann will er Liebe haben, bin ich stets kalt – dann verleidet ihm die Geschichte. (Aldo Carotenuto (Hrsg.), Tagebuch einer heimlichen Symmetrie. Freiburg i.Br. 1986, S. 42)

C. G. Jung über C. G. Jung

Ich habe auch meine Minderwertigkeit empfunden. Ich bin ein Teufel oder ein Schwein, dachte ich, irgend etwas Verworfenes … Je grösser meine Minderwertigkeitsgefühle waren, desto unfasslicher erschien mir die Gnade Gottes. Ich war ja nie sicher über mich selber … (C. G. Jung u. A. Jaffé, Erinnerungen, Träume, Gedanken von C. G. Jung. Aufgezeichnet und herausgegeben von Aniela Jaffé. Olten 1971, S. 46f.)

Viktor v. Weizsäcker über Sigmund Freud

Meine Erklärung, daß ich selbst mich nie einer Analyse unterzogen habe, nahm Freud nicht tragisch. Ich sagte, das bißchen Neurose, das ich wohl hätte, könne ich auch behalten. Er erwiderte, es brauche überhaupt nicht jeder Fall analysiert zu werden; vielen Menschen sei der Umgang mit einem bedeutenden Manne wohltätig, und man wisse auch, daß manche Neurose durch ein großes Glück oder Unglück heile. Aber der Arzt habe darüber ja keine Verfügung, müsse dann also einen anderen Weg wählen. (Viktor von Weizsäcker, Natur und Geist. Erinnerungen eines Arztes (1954). In: Viktor von Weizsäcker: Gesammelte Schriften. Herausgegeben von Peter Achilles et al. Frankfurt am Main 1986, S. 143)

Ernest Jones über Sigmund Freud

Andererseits war Freud merkwürdigerweise gar nicht jemand, der leicht Geheimnisse anderer Menschen bewahren konnte. Er hatte in der Tat den Ruf, ausgesprochen indiskret zu sein. … Ich selbst habe viele Beispiele dieses bei Freud unerwarteten Zugs erlebt. Mehrmals erzählte er mir Dinge aus dem Privatleben von Kollegen, die er nicht hätte erwähnen sollen. (Ernest Jones, Das Leben und Werk von Sigmund Freud. Bd. 2: Jahre der Reife 1901-1919. Bern/Stuttgart 1962, S. 479)

Sigmund Freud über Sabina Spielrein

Die Spielrein hat gestern ein Kapitel aus ihrer Arbeit vorgetragen (bald hätte ich das Ihrer groß geschrieben), woran sich eine lehrreiche Diskussion schloß. Mir fielen einige Formulierungen gegen Ihre (jetzt ernsthaft) Arbeitsweise in der Mythologie ein, die ich der Kleinen auch vorbrachte. Sie ist übrigens sehr nett, und ich fange an zu begreifen. (Sigmund Freud / C. G. Jung, Briefe. Frankfurt/Main 1974, S. 519)

Sigmund Freud über Sabina Spielrein

Sie ist sehr gescheit; alles, was sie sagt, hat Sinn, ihr Destruktionstrieb ist mir nicht sehr sympathisch, da ich ihn für persönlich bedingt halte. Sie scheint mehr Ambivalenz, als normal ist, zu führen. (Sigmund Freud / C. G. Jung, Briefe. Frankfurt/Main 1974, S. 548)

Martin Buber über Sigmund Freud

Ihm war die Meeresstille der Seele eigen, … eine ruhige Entschiedenheit und Überlegenheit. Mir ist es sonst nie so begegnet. (Jochanan Bloch, Die Aporie des Du. Probleme der Dialogik Martin Bubers. Heidelberg 1977, S. 301)

C. G. Jung über Sigmund Freud

Der erste, wirklich bedeutende Mann, dem ich begegnete. Kein anderer Mensch in meiner damaligen Erfahrung konnte sich mit ihm messen. (C. G. Jung und Aniela Jaffé, Erinnerungen, Träume, Gedanken von C. G. Jung. Aufgezeichnet und herausgegeben von Aniela Jaffé. Zürich und Stuttgart 1962, S. 153)

Einst wollten wir die Welt verändern, Karriere machen, Entscheidungen fällen -
jetzt graben wir um, stecken Zwiebeln und bekämpfen nicht den Kapitalismus,
sondern den Dickmaulrüssler.
(Eva Demski)

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