Sofie Riehl schreibt aus Eisenach an Else von Richthofen: "Friedl kommt wohl Ende Mai zu uns. Ich denke daran, mit ihr nach Berlin zu gehen, wenn ich mit meinem langweiligen Fuss einigermassen leistungsfähig genug bin bis dahin. Ich wünschte, sie einen Blick in soziale Bestrebungen tun zu lassen, wie sie ihrem Wesen und ihren Anlagen entsprechen und wie sie in Berlin gerade in höchster Entwicklung vorhanden sind. Zu dem Zweck möchte ich einige Anstalten mit ihr besuchen. Vielleicht könnten wir auch einmal das Fräulein Salomon aufsuchen. Sie hat in Freiburg im Frauenverein einen Vortrag gehalten, war mir sehr sympathisch und ich habe mich danach mit ihr bekannt gemacht. Wenn Du guten Rat geben kannst, was für Friedl besonders anziehend sein könnte, so bin ich Dir für jede Zeile darüber dankbar. [...] Bitte lies bald 'Memoiren eines Revolutionärs' von Krapotkin – da ist alles was ich bei der Meysenburg vermisst habe: [...] Für Deine Doktor-Dissertation danken wir Dir sehr. Wir sind stolz auf Dich."
Tufts MS008/001-001#023