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Tag:
23
Monat:
6
Jahr:
1906
Ereignis:

Der Regierungskommissar in Locarno Fr. Rusca schreibt an die Centralpolizeidirektion Bellinzona: "Mit Wachtmeister Noseda habe ich mich nach Ascona begeben um die Privathäuser zu besuchen, in welchen [...] diese Fremdlinge verkehrt hatten, und ich habe dabei konstatiert, daß eine große Anzahl der letzern offenbar aus Mißtrauen wegen des an die gestellten Begehrens, innert 10 Tagen regelrechte Pässe vorzulegen, in andere Gegenden verzogen sind. [...] . Zu den schon genannten Personen {...} sind noch folgende zu nennen: Otto Dreidner, Student aus München, Erik Mühsam (Berlin), Frank Leonhard (München), Jeanne Hammer, Malerin von Metz, Schwangen August (ohne Angabe der Herkunft). Dr. Otto Gross von Graz. Dieser Letztere war der Wohlhabenste und verließ Ascona als einer der ersten [...]. Kaum war er fort, schrieb er von Mailand aus seinem Logisgeber in Ascona, er habe ein Päckchen in seinem Zimmer vergessen, man solle es sofort vernichten [...] weil es Gift enthalte."

Quellen:

Untersuchungsakten des Bundesarchivs Bern, 21/8710; Hurwitz, Otto Gross - Von der Psychoanalyse zum Paradies, in: Szeemann, Monte Veritá - Berg der Wahrheit. Milano 1978, S. 110

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