Friedrich (Fritz) Koppensteiner wurde 1914 in Waidhofen an der Ybbs geboren. Er wanderte 1934 aus wirtschaftlichen Gründen in die Sowjetunion aus. Schon 1934 wurde er in Alma-Ata wegen illegalen Grenzübertritts angehalten, konnte aber unter Aufsicht der Geheimpolizei als Chauffeur arbeiten. Er blieb damals in Kontakt mit seiner Familie und konnte im April 1935 seinen Pass auf der österreichischen Gesandtschaft in Moskau erneuern. Gegenüber den österreichischen Diplomaten beteuerte er, zunächst nicht nach Österreich zurückkehren zu wollen. Am 20. Januar 1937 wurde Koppensteiner verhaftet und am 20. Dezember 1937 wegen Unterstützung der internationalen Bourgeoisie und Mitgliedschaft in einer konterrevolutionären Organisation zu zehn Jahren Lagerhaft verurteilt. Zusammen mit österreichischen Schutzbündlern wurde er in den Gulagkomplex von Noril'sk verschickt, wo er mit dem Österreicher Karlo Štajner (Karl Steiner) zusammentraf. Štajner berichtet in seinen Memoiren, dass sich Koppensteiner durch regelmäßiges Blutspenden Extrarationen verschaffte, dann schwer erkrankte. Im Sommer 1941 wurde Koppensteiner nach Krasnojarsk verlegt, wo er am 27. Januar 1943 auf der Lagerkrankenstation starb.