Wurde Bergmann. Mitglied der SAJ, dann der Kommunistischen Jugend Deutschlands (KJD), nahm 1920 an Kämpfen gegen den Kapp-Putsch teil und wurde 1920 Mitglied der KPD. Kündigung auf der Zeche, in der Illegalität, 1925 verhaftet und zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Nach der Entlassung Gauführer der Roten Jungfront Ruhrgebiet, ab 1927 gehörte er der RFB-Gauleitung Wasserkante in Hamburg an und arbeitete von Juli 1931 bis August 1932 bei der sowjetischen Handelsvertretung in Hamburg. 1926 Heirat mit Maria Johanna Burbaum, geb. 1904, seit 1920 KPD-Mitglied und Orgleiterin im Unterbezirk Bochum. Erich Krollmann wurde als Mitverantwortlicher für die Ereignisse des "Altonaer Blutsonntags" im Juli 1932 verhaftet und von der KPD in einer spektakulären Aktion befreit. Er lebte zunächst illegal in Deutschland, besuchte die Bezirksparteischule und die Reichspropagandistenschule. Maria Kollmannn wurde Leiterin der Arbeiter-Delegierten-Bewegung. 1931 wurde sie für die KPD in die Hamburgische Bürgerschaft gewählt. Ende Oktober 1932 reiste sie legal nach Moskau und besuchte dort die Leninschule. Im Frühjahr 1934 kam sie zurück nach Deutschland und arbeitete illegal in wichtigen Funktionen für die KPD bis zu ihrer Festnahme durch die Gestapo. Erich Krollmann emigrierte am 29. März 1933 in die Sowjetunion. Nach einem Praktikum bei der Komintern besuchte er ab Frühjahr 1934 die Leninschule. 1936 erhielt er eine Beschäftigung als Kinomechnaiker bei der Filmhochschule. Im gleichen Jahr wurde er Sowjetbürger. Im Mai 1936 offenbarte er gegenüber Vertretern der deutschen Botschaft in Moskau seine Rolle während des "Altonaer Blutsonntags" 1932. Dies diente der Entlastung des in Deutschland angeklagten Edgar André. Das weitere Schicksal von Erich Krollmann konnte bis heute nicht exakt geklärt werden. Ob er tatsächlich 1937 vom NKWD verhaftet wurde und nach Abschluß des Hitler-Stalin-Paktes im Niemandsland ausgesetzt und umgekommen ist, wie sein Schicksalsgefährte Viktor Pries (der 1957 nach Hamburg zurückkehrte) äußerte, ist nach neuesten Forschungen umstritten. Anderen Quellen zufolge lebte Krollmann unbehelligt in der UdSSR, heiratete dort Else Tillmann, wurde Vater einer Tochter, bevor er am 9. September 1943 in Tomsk verhaftet und am 4. April 1944 zu acht Jahren Lagerhaft verurteilt wurde. Er gilt als verschollen.
Verschollen
Köstenberger, Julia: Kaderschmiede des Stalinismus. Wien: LIT Verl., 2016, S. 282; Institut zur Geschichte der Arbeiterbewegung (Hrsg.): In den Fängen des NKWD. Berlin: Dietz Verl., 1991, S. 125; Mensing, Wilhelm: Von der Ruhr in den GULag. Opfer des Stalinschen Massenterrors aus dem Ruhrgebiet. Essen: Klartext, 2001, S. 262-263