Deutscher, mittlere Bildung, Schuharbeiter, 1915 Heirat mit Minna Hulda Schmidt, 1915-1918 Militärdienst, 1919-1938 KPD, 1924-1931 Stadtverordneter in Erfurt, ab 1926 Sekretär der Internationalen Arbeiterhilfe (IAH) im Bezirk Erfurt-Thüringen, ab 1931 im Bezirk Frankfurt-Hessen. Enge Zusammenarbeit mit
Willi Münzenberg, Lebensgemeinschaft mit Anna Löchner. 1933 Wechsel nach Saarbrücken und Forbach, 1935 nach Paris. In Deutschland steckbrieflich wegen Vorbereitung zum Hochverrats gesucht. Im Dezember 1935 Ausreise in der UdSSR. Ab 1936 in der Schuhfabrik "Krasnyi Lutsch" in Simferopol als tätig, später ohne Beschäftigung, unterhalten von der MOPR, wohnhaft in Moskau, ul. Obucha 3. Im Januar 1938 Plan, zusammen mit Anna Löchner und Zustimmung der KPD (durch
Walter Dittbender übermittelt) nach Frankreich auszureisen. In Moskau am 10. März 1938 verhaftet; beschuldigt der Spionage für Deutschland, von der Kommission des NKWD und der Staatsanwaltschaft der UdSSR am 17. Mai 1938 zum Tode verurteilt, am 26. Juli 1938 erschossen. Bestattungsort Butowo. In der SBZ/DDR wurde Schäfer - basierend auf unzutreffenden Aussagen von Zeitzeugen - zu einem Märtyrer des Spanischen Bürgerkrieges. Rehabilitiert am 12. September 1989. Anna Löchner wurde im Dezember 1942 nach Kasachstan zwangsumgesiedelt. Im Januar 1947 konnte sie nach Moskau zurückkehren und am 10. März in die SBZ ausreisen. Sie wurde Mitglied der SED, des FDGB, der Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft (DSF) und des Demokratischen Frauenbunds Deutschlands (DFD). Für ihre Anerkennung als Verfolgte des Naziregimes bürgte Erich Weinert. 1945 wurde Anna Löchner als Geheimer Informator (GI), später Inoffizieller Mitarbeiter (IM) vom Ministerium für Staatssicherheit angeworben. Sie starb am 1. März 1981 in Magdeburg.
Am 26. Juli 1938 erschossen
Institut zur Geschichte der Arbeiterbewegung (Hrsg.): In den Fängen des NKWD. Berlin: Dietz Verl., 1991, S. 197; Schüle, Annegret, Stefan Weise u. Thomas Schäfer: Paul Schäfer. Erfurter Kommunist, ermordet im Stalinismus. Erfurt: Landeszentrale für politische Bildung Thüringen, 2019