- Name:
- Kiese, Max Fritz
- Geboren:
- 4. Juni 1904, Oberpeilau Kr. Reichenbach/Schlesien
- Bio:
Sohn eines Bergmanns. Schule in Oberhausen, Ausbildung als Hauer, seit Herbst 1930 im Aachener Revier. 1932 Vertrag mit der sowjetischen Handelsvertretung für den Trust Kusbass-Ugol in Prokopjewsk, wohin er am 15. Oktober ausreiste. Tätigkeit bei der Brigade "Fritz Heckert" auf dem Schacht Stalin. September 1936 Heirat mit der Russin Lidia Isasowa, Geburt der Tochter Eveline. Wohnung im Dorf Kischtowa, wo die Ehefrau in einer Apotheke arbeitete. Festnahme am 10. Juni 1937, Anschuldigung der Spionage, Sabotage und Agitation. Verlegung vom Gefängnis in Prokopjewsk nach Nowosibirsk. Am 15. Oktober 1938 zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt. Abtransport nach Tomsk, dann nach Sol-Iletzk und Orjol, zuletzt am 3. Dezember 1939 nach Moskau. Dort teilte man ihm seine Ausweisung als lästiger Ausländer mit. Am 22. Dezember Abtransport zur Grenze bei Brest-Litowsk. Unter Bewachung durch deutsche Polizei kam Kiese Mitte Januar 1940 nach Lublin. Zurück bei den Eltern in Henrichenburg, versuchte er die Ausreise von Frau und Tochter zu erwirken, was nicht gelang. Stattdessen erhielt er Nachricht vom Tod der Ehefrau. Max Kiese wurde eingezogen und kam als Soldat in die Sowjetunion, wo er am 12. September 1944 ums Leben kam.
- Web:
- Literatur:
Mensing, Wilhelm: Von der Ruhr in den GULag. Opfer des Stalinschen Massenterrors aus dem Ruhrgebiet. Essen: Klartext, 2001, S. 239-240
Hilfestellung bei der Auflösung verwendeter Abkürzungen:
Verzeichnis der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
Korrekturempfehlungen oder Ergänzungen: