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Name:
Klaus, Willi (Wilhelm)
Geboren:
26. September 1909, Essen-Katernberg
Bio:

Sohn eines Richtmeisters. Autoschlosser, später Montageschlosser. Folgte 1939 den Eltern und Geschwistern Josef, Hans und Anneliese in die Sowjetunion nach Karyk bei Tschistjakowo im Donbass. Dort Monteur auf verschiedenen Schachtanlagen. 1930 Heirat mit der Donkosakin Valentina Knestjapina, 1933 Geburt eines Sohnes. Die Eltern und die Geschwister Hans und Anneliese reisten nach Deutschland zurück. Am 31. Juli 1937 wurde Willi Klaus, inzwischen Waschmeister auf der Schachtanlage 22 in Sneshnaja, verhaftet und im Gefängnis in Stalino inhaftiert. Ihm wurde die Mitwirkung in einer konterrevolutionären trotzkistisch-faschistischen Organisation vorgeworfen, sowie der Versuch eines bewaffneten Aufstands, Spionage, Schädlingsarbeit, Sprengstoffvergehen, staatsfeindliche Agitation und Zugehörigkeit zu einer illegalen Organisation. Vom 13. bis 18. September unterzog man ihn einer Dauervernehmung, ohne Schlaf, mit nur kurzen Essensunterbrechungen. Zur Scheinexekution wurde er in den Keller geführt. Ein weiteres Dauerverhör folgte vom 19. bis 24. September. Er unterschrieb das geforderte Geständnis. Man präsentierte ihm mit vorgehaltener Pistole eine NKWD-Verpflichtung und eine Schein-Quittung über 300 Rubel-Agentenlohn. Er unterschrieb. Er wurde nach Kiew transportiert, wo man ihm das Ausweisungsurteil mitteilte. Über Schneidemühl und Berlin kam er kurz vor Weihnachten nach Essen zurück. Er starb am 24. Dezember 1968.

Web:
Literatur:

Mensing, Wilhelm: Von der Ruhr in den GULag. Opfer des Stalinschen Massenterrors aus dem Ruhrgebiet. Essen: Klartext, 2001, S. 244-245

Hilfestellung bei der Auflösung verwendeter Abkürzungen:
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