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Name:
Buber-Neumann, Margarethe, geb. Thüring
Geboren:
21. Oktober 1901, Potsdam
Bio:

Margarete Buber-Neumann kam als Tochter des Potsdamer Brauereidirektors Heinrich Thüring und dessen Ehefrau Else zur Welt. Die Publizistin Babette Gross war ihre ältere Schwester. Als Schülerin kam sie durch die Wandervogelbewegung erstmals mit sozialistischen Schriften in Kontakt. Nach dem Abitur machte sie eine Ausbildung zur Kindergärtnerin. Mit 20 Jahren trat sie dem Kommunistischen Jugendverband Deutschlands (KJVD) und 1926 der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) bei. 1922 heiratete sie Rafael Buber, den Sohn des jüdischen Religionsphilosophen Martin Buber. Von Buber, von dem sie seit 1925 getrennt lebte, wurde sie 1929 geschieden. Aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor, Barbara und Judith Buber, die später bei ihren Schwiegereltern lebten und mit denen sie zeitlebens einen intensiven Kontakt hatte. Sie wurde 1928 bei der Inprekorr angestellt, lernte dort Heinz Neumann kennen, Mitglied des Politbüros der KPD und Reichstagsabgeordneter. Sie war vom Sommer 1929 an dessen Lebensgefährtin. 1933 wurden sie in Spanien von der "Machtergreifung" der Nationalsozialisten überrascht und lebten 1934 in der Schweiz. 1935 wurden Heinz Neumann und Margarete Buber-Neumann schließlich in die Sowjetunion abgeschoben, wo Heinz Neumann in Moskau während der Zeit des Großen Terrors 1937 verhaftet, zum Tode verurteilt und hingerichtet wurde. Als dessen Ehefrau wurde Margarete Buber-Neumann im Zuge der sogenannten "Deutschen Operation" 1938 am 20. Juni 1938 in Moskau verhaftet und am 19. Januar 1939 als "sozial gefährliches Element" zu fünf Jahren Freiheitsentzug verurteilt worden. Nach unmenschlicher Lagerhaft in Karaganda wurde sie am 5. Februar 1940 als "unerwünschte Ausländerin" aus der Sowjetunion ausgewiesen und in Brest-Litowsk an NS-Deutschland ausgeliefert. Hier sofort in das Frauen-KZ Ravensbrück eingeliefert, wo sie von den kommunistischen Häftlingen geächtet wurde, da sie über die stalinistische Wirklichkeit und ihre Gulag-Erfahrungen berichtete. Im April 1945 flüchtete sie westwärts, aus Furcht, erneut inhaftiert zu werden. In der Bundesrepublik wurde Margarete Buber-Neumann als Publizistin und Schriftstellerin bekannt. In ihren Büchern "Als Gefangene bei Stalin und Hitler", "Von Potsdam nach Moskau" und "Schauplätze der Weltrevolution" beschrieb sie ihr eigenes und Heinz Neumanns Schicksal.

Web:
de.wikipedia.org/wiki/Margarete_Buber-Neumann
Literatur:

Jung, Christina: Flucht in den Terror. Das sowjetische Exil in Autobiographien deutscher Kommunisten. Frankfurt/New York: Campus, 2008, S. 279-328

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Es ist eine von mir oft ausgesprochene Theorie, daß alle Menschen von übeln Dünsten, ungraziösem Äußeren, häßlichem Gesicht, kurz: die Pechvögel in der Liebe, einer nationalistisch-antisemitischen Gesinnung zuneigen!

Anton Kuh