- Name:
- Löw, Karl Matthäus (auch: Albrecht, Karl Iwanowitsch)
- Geboren:
- 8. November 1897, Weingarten
- Bio:
Sohn eines Feldwebels. Soldat im 1. Weltkrieg, schwer verwundet. In den Nachkriegsjahren in einem Freikorps, rettete als Offizier Willi Münzenberg das Leben, später im württembergischen Staaatsforstdienst. KPD-Mitglied, ging 1924 mit Empfehlungen von Münzenberg und Clara Zetkin in die Sowjetunion. Unter dem Namen Albrecht Mitglied der KPdSU, 1928 aus der KPdSU aufgrund des Vorwurfs des Trotzkismus ausgeschlossen. Er brachte es dennoch bis zum Anwärter auf den Posten eines stellvertretenden Volkskommissars für Waldwirtschaft. 1930 Veröffentlichung über die russische Forstwirtschaft mit Vorwort von Lazar Kaganowitsch. 1932 wurde er unter der Anschuldigung von Spionage und Sabotage verhaftet und - nach einem Todesurteil - begnadigt. Er wurde nach 18 Monaten der Inhaftierung am 1. April 1934 nach Deutschland abgeschoben. In Deutschland wurde Albrecht von den Nationalsozialisten für mehrere Monate im Landesgefängnis Ludwigsburg inhaftiert. Es folgten Verhöre im Gestapo-Gefängnis im Columbia-Haus in Berlin, schließlich entlassen. Aufenthalt in der Türkei, später in der Schweiz. Seine Erinnerungen unter dem Titel "Der verratene Sozialismus", die 1938 vom nationalsozialistischen Antikomintern-Büro herausgegeben wurden, erreichten eine Gesamtauflage von zwei Millionen. Albrecht betätigte sich in Berlin als Propagandaredner, daneben als Gemüse- und Buchhändler, wurde schließlich als Wachtmeister einer Propaganda-Abteilung für den Rußlandfeldzug aktiviert, nach anderen Angaben wurde er 1944 SS-Hauptsturmführer und 1945 zum Adjutanten von General Wlassow, des auf deutscher Seite kämpfenden Kommandeurs der Russischen Befreiungsarmee (ROA). 1945 bis 1947 war er in amerikanischer Kriegsgefangenschaft; 1951 organisierte er sich in einem freikirchlichen "Kreis der Moralischen Aufrüstung". Er starb am 22. August 1969 in Tübingen
- Web:
- de.wikipedia.org/wiki/Karl_I._Albrecht
- Literatur:
Rohrwasser, Michael: Der Stalinismus und die Renegaten. Die Literatur der Exkommunisten. Stuttgart: Metzler, 1991, S. 19, 22, 34, 101-102, 273-274, 286-287, 304, 329, 336, 346, 349, 365; Jung, Christina: Flucht in den Terror. Das sowjetische Exil in Autobiographien deutscher Kommunisten. Frankfurt/New York: Campus, 2008, S. 279-328
Hilfestellung bei der Auflösung verwendeter Abkürzungen:
Verzeichnis der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
Korrekturempfehlungen oder Ergänzungen: