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Name:
Dobo-Deutsch, Alexander
Geboren:
18. Dezember 1901, Keszthely (Ungarn)
Bio:

Alexander Dobo-Deutsch war Kommissar während der Ungarischen Räterepublik, nach der Niederschlagung des Aufstands flüchtete er nach Wien. Im Zuge der Wiener Ereignisse am 15. Juli 1927 erlitt er eine Schussverletzung. Im Februar 1934 nahm er an den Kämpfen teil und flüchtete dann in die ČSR. Er war Mitglied der SDAP 1921-1934 und der KPÖ ab 1934. Nach der Emigration nach Russland 1934 arbeitete er in Moskau als Architekt beim Bau des Hotels Mossovet, bei Schulbauten und schließlich als Bauingenieur in einer Textilfabrik. Dobo-Deutsch wurde am 20. Juni 1937 verhaftet. Sein Fall wurde zuerst von der 3. Abteilung des ГУГБ (Glavnoe upravlenie gosudarstvennoj bezopasnosti - Hauptverwaltung der Staatssicherheit) bearbeitet, die Dobo-Deutsch als trotzkistischen Spion einstufte und die Anklage zur Behandlung durch das MKOG (Militärkollegium des Obersten Gerichts) an das Politbüro weiterleitete. Am 3. Jänner 1938 befürworteten Ždanov, Vorošilov, Molotov und Kaganovič ein Kategorie-1-Urteil (Erschießen), das aus unbekannten Gründen nicht verhängt oder ausgeführt wurde. Als man Dobo-Deutsch am 29. Jänner 1939 die Beendigung der Untersuchung mitteilte, widerrief er die erzwungenen Aussagen gegen andere Schutzbündler. Am 17. März 1939 wurde Dobo-Deutsch zu fünf Jahren Lagerhaft verurteilt. Er starb in einem Lager im Gebiet Archangel'sk am 23. März 1945.

Web:
www.doew.at/erinnern/biographien/oesterreichische-stalin-opfer-bis-1945/stalin-opfer-d/dobo-deutsch-alexander
Literatur:

Hilfestellung bei der Auflösung verwendeter Abkürzungen:
arrow Verzeichnis der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Korrekturempfehlungen oder Ergänzungen:
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