- Name:
- Steinhardt, Waldemar Jakob, Dr. med.
- Geboren:
- 2. August 1897, Magdeburg
- Bio:
Die Eltern von S. sind der Religionslehrer und Kantor der Magdeburger Synagogengemeinde Meier Max Steinhardt (* 14. Dezember 1864 - † 22. Dezember 1940) und seine Ehefrau, die Lehrerin Anna Steinhardt, geb. Löwenstein (* 7. Juni 1865 - 28. November 1942, Theresienstadt). Der ältere Bruder Walter verstirbt kurz nach der Geburt (* 17. September 1895 - † 23. April 1896). Nach dem Schulabschluss am Magdeburger Gymnasium nimmt S. das Medizinstudium auf und studiert in Berlin, Frankfurt und Würzburg. Dort erhält er 1921 die ärztliche Approbation und wird mit der Dissertation „Ueber die Tracheotomia inferior bei diphtheriekranken Kindern, Erfahrungen über 132 Fälle d. Chir. Kl. Würzburg (1912-1921)“ am 24. März 1921 an der Julius-Maximilians-Universität promoviert. Nach einer dreijährigen spezialärztlichen Ausbildung an der Städt. Hautklinik bei Prof. Lennhoff in Magdeburg lässt er sich 1925 als Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten in Schönebeck in der Schillerstr. 2 nieder. Im Juli 1933 wechselt er nach Magdeburg. 1934 flieht S., der nicht nur als Jude, sondern auch als ein dem Kommunismus Nahestehender bedroht ist, in die Sowjetunion, wo er in Odessa eine Ehe eingeht und Vater wird, die Ehefrau stirbt bald. Im Passregister der Deutschen Botschaft in Moskau finden sich Angaben über eine Reihe von Passausstellungen für Personen, die aus der Sowjetbürgerschaft entlassen wurden, darunter am 18. Januar 1940 auch S., als aus Krivoy Rog (heute Ukraine) stammend. Er gilt als verschollen. Der Vater Meier Max S., zuletzt in Dresden im „Judenhaus“ Reitbahnstr. 29 lebend, stirbt dort am 22. Dezember 1940, die Mutter Anna S. wird am 1. Juli 1942 nach Theresienstadt deportiert, wo sie am 28. November 1942 stirbt. Am 28. September 2016 werden in Magdeburg vor dem Haus Uhlandstr. 12 Stolpersteine für Anna, Meier Max und Dr. Waldemar Jakob Steinhardt verlegt.
- Web:
- www.magdeburg.de/PDF/Steinhardt_Ehepaar_und_Sohn_Waldemar.PDF?ObjSvrID=37&ObjID=21616&ObjLa=1&Ext=PDF&WTR=1&_ts=1555057659
- Literatur:
Reichsmedizinalkalender 1926/1927, 1928, 1929, 1931, 1933
Hilfestellung bei der Auflösung verwendeter Abkürzungen:
Verzeichnis der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
Korrekturempfehlungen oder Ergänzungen: