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Name:
Gabor, Karl
Geboren:
16. Oktober 1886, Szeged
Bio:

Sohn eines Uhrmachers. Er studierte Rechtswissenschaften an der Budapester Universität und arbeitete bei Rechtsanwälten und in der Arbeiterkrankenkasse. Nach seinem Militärdienst, in dem er es bis zum Leutnant brachte, wechselte er von den Sozialdemokraten in die ungarische KP und war politischer Kommissar in einer Brigade der ungarischen Roten Armee. Nach dem Sturz der Räteregierung flüchtete Gabor nach Österreich und ließ sich in Wien nieder. Später übersiedelte er ins Waldviertel, nach Gmünd. Dort arbeitete er als Versicherungsvertreter und wurde 1922 Mitglied der KPÖ. Wegen politischer Tätigkeit wurde Gabor aus Österreich ausgewiesen, er emigrierte in der Folge mit seiner Frau Emilie (geb. 1907, Mädchenname Hamann) im September 1931 nach Russland. In Moskau erregte Gabor Verdacht, weil er mit einem gültigen ungarischen Pass, ausgestellt von der ungarischen Botschaft in Wien, in die UdSSR eingereist war. Die angestrebte Beschäftigung im Institut für Marxismus-Leninismus oder bei der Hauptverwaltung für Literatur Glavlit wurde ihm verweigert. Gabor arbeitete dann bei der Auslandskulturorganisation BOKC (Vsesoyuznoye obshchestvo kulturnoy svyazi s zagranitsey) und fand Verwendung als Schachlehrer beim ZK des Verbandes der Musikmöbel-Industrie. 1933 erhielt er die sowjetische Staatsbürgerschaft. Karl Gabor wurde am 7. Februar 1938 verhaftet, am 29. Juli wegen Spionage zum Tode verurteilt und am 13. August 1938 in Butowo bei Moskau hingerichtet. Emilie Gabor-Hamann blieb in der Sowjetunion. Sie heiratete einen Russen und starb 1953 an Krebs.

Web:
www.doew.at/erinnern/biographien/oesterreichische-stalin-opfer-bis-1945/stalin-opfer-g/gabor-karl
Literatur:

Pils, Heide: Das Grauen bleibt, in: Barry McLoughlin, Barry u. Josef Vogl: ... Ein Paragraf wird sich finden. Gedenkbuch der österreichischen Stalin-Opfer (bis 1945), Wien 2013, S. 141f.

Hilfestellung bei der Auflösung verwendeter Abkürzungen:
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Eine Sache mag noch so gering sein,
ohne Bemühung gelingt sie nicht.

(Dschingis Khan)