- Name:
- Kjossewa, Anna Christina, geb. Lenderoth, gesch. Kerff
- Geboren:
- 1. Oktober 1906, Jestädt/Hessen
- Bio:
Tochter einer Bäuerin und eines Stellmachers. Nach kaufmännischer Lehre Stenotypistin. Seit Mai 1921 Mitglied der Kommunistischen Jugend Deutschlands (KJD), 1922 Vorsitzende der KJD-Ortsgruppe in Kassel, 1922 Angestellte in der KPD-BL Pfalz in Ludwigshafen/Rh., 1923 in der BL Mittelrhein in Köln tätig, gehörte sie dem AM-Apparat der BL an. 1924 heiratete sie Willi Kerff, im gleichen Jahr wurde der Sohn Wolfgang geboren. Sie wurde 1925 Mitglied der KJVD-BL Mittelrhein, 1929 Sekretärin in der militärpolitischen Abteilung des ZK der KPD in Berlin und enge Mitarbeiterin, später auch Lebensgefährtin von Hans Kippenberger. Seit 1933 illegal tätig für den AM-Apparat in Berlin, Paris und Prag. Ende 1935 emigrierte sie in die Sowjetunion und war unter dem Parteinamen Christine Brunner am Internationalen Agrarinstitut in Moskau, anschließend bei der "Deutschen Zentral-Zeitung" (DZZ) beschäftigt. Am 5. November 1936 wurde Aenne Kerff gemeinsam mit Hans Kippenberger im Hotel Sojusnaja vom NKWD festgenommen. Im September 1937 zu acht Jahren Arbeitslager verurteilt, blieb sie bis September 1946 im Lager Elgen Mylge bei Magadan und wurde anschließend an der Kolyma zwangsangesiedelt. 1947 lernte sie den bulgarischen Kommunisten Dino Kjossew (* 16. September 1901 - gest. 3. Januar 1977) kennen, beide heirateten und konnten im Sommer 1948 nach Bulgarien ausreisen. Von 1956 bis 1958 Korrespondentin der bulgarischen Parteizeitung "Rabotnitscheskoje delo" in Ost-Berlin, beantragte sie bei der SED ihre Rehabilitierung, im September 1956 wurde nur ihre Parteimitgliedschaft seit 1928 anerkannt. Bei der Abgabe ihrer persönlichen Erinnerungen an das IML in Ost-Berlin wandte sich Aenne Kerff-Kjossewa im November 1972 direkt an SED-Parteichef Erich Honecker. Sie bat im Zusammenhang mit dem bevorstehenden 50. Jahrestag der Wiederkehr des Hamburger Aufstandes vergebens um eine öffentliche Würdigung Hans Kippenbergers. 1980 übersiedelte sie in die DDR. Aenne Kerff-Kjossewa starb am 12. August 1984 in Ost-Berlin. Auszüge ihrer Erinnerungen wurden erst 1989/90 in der Zeitschrift BzG publiziert.
- Web:
- www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/wer-war-wer-in-der-ddr-%2363%3B-1424.html?ID=4563
- Literatur:
Dehl, Oleg: Verratene Ideale. Zur Geschichte deutscher Emigranten in der Sowjetunion in den 30er Jahren. Berlin: trafo, 2000, S. 308-309
Hilfestellung bei der Auflösung verwendeter Abkürzungen:
Verzeichnis der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur
Korrekturempfehlungen oder Ergänzungen: