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Name:
Klein-Kolossa, Arnold (auch: Bloch, Hans; Kolossa, Edwin)
Geboren:
30. März 1900, Budapest
Bio:

Sohn des Arbeiters Wilhelm Klein. Mit einem städtischen Stipendium zur Handelsschule. 1919 Mitglied des Kommunistischen Jugendverbandes Ungarns, nach der Niederschlagung der Räterepublik 1920 Übersiedlung nach Wien, dort 1922 Mitglied der KP Ungarns. Anfang 1924 Umzug nach Berlin, später nach Essen, Mitglied der KPD. 1925 mit Unterstützung der Roten Hilfe polizeiliche Anmeldung unter dem Namen Edwin Kolossa, geboren am 15. Mai 1898 in Michowitz/Oberschlesien. Archivar und Buchhändler, später Wirtschafts- bzw. Auslandsredakteur am "Ruhr-Echo". Klein-Kolossa war von 1929 bis Januar 1933 Mitglied der KPD-BL Ruhrgebiet, 1932 wurde er Nachfolger von Erich Birkenhauer als Agitpropsekretär. Er leitete von 1930 bis 1932 den AM-Apparat der BL Ruhr. Kolossas Deckname Heinrich wurde in Parteikreisen bald erweitert zu "Peitschenheinrich" oder auch "Leichenheinrich", weil er, so ein ehemaliger Mitarbeiter in einem Gestapoverhör, "brutal und rücksichtslos war und über Leichen ging". Im März und April 1933 illegale Arbeit in Deutschland, anschließend Emigration in die Niederlande, wo er Grenz-Kuriere organisierte. Ab Februar 1934 in Frankreich, hielt er sich im Sommer 1934 im Saargebiet auf und kam im September 1934 nach Moskau. Dort bekam er den Parteinamen Hans Bloch und wurde im Februar 1935 Redakteur der "Inprekorr". Ab September 1936 Redakteur in der Auslandsabteilung der "Deutschen Zentral-Zeitung" (DZZ). Zuletzt als Arbeiter ins Autowerk "Gorki" in Nischni-Nowgorod versetzt. Am 8. März 1938 wurde Hans Bloch (Klein-Kolossa) vom NKWD verhaftet und zunächst in das berüchtigte Taganka- bzw. Butyrka-Gefängnis gesperrt. Er wurde wie damals üblich beschuldigt, Mitglied und Organisator einer "faschistisch-trotzkistischen Gruppe" zu sein sowie Spionage für Nazideutschland getrieben zu haben. Die sowjetischen Behörden übergaben ihn am 5. Februar 1940 als "unerwünschten Ausländer" der Gestapo, die Klein in das Gefängnis Lublin brachte. Später nach Berlin bzw. nach Essen überführt und dort wegen "Vorbereitung zum Hochverrat" angeklagt. Der an offener Tbc leidende Häftling Klein wurde im Dezember 1940 zu einem Lokaltermin nach Holland geschleppt. Ab Oktober 1941 lag er in der Krankenabteilung des Gerichtsgefängnisses in Düsseldorf. Starb dort am 25. Januar 1942.

Web:
www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/wer-war-wer-in-der-ddr-%2363%3B-1424.html?ID=4578&highlight=Kolossa
Literatur:

Dehl, Oleg: Verratene Ideale. Zur Geschichte deutscher Emigranten in der Sowjetunion in den 30er Jahren. Berlin: trafo, 2000, S. 304; Mensing, Wilhelm: Arnold Klein - der heimatlose Revolutionär, in: Mensing, Wilhelm: Von der Ruhr in den GULag. Opfer des Stalinschen Massenterrors aus dem Ruhrgebiet. Essen: Klartext, 2001, S. 138-144

Hilfestellung bei der Auflösung verwendeter Abkürzungen:
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