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Name:
König, Gustav (auch: Burg; Herzog)
Geboren:
1. Juni 1897, Berlin-Schöneberg
Bio:
Bis 1916 Bote beim Ullstein-Verlag. Ab 1916 Militärdienst als Artillerist. Nach dem Krieg Bauarbeiter, schloss er sich 1920 der KPD an und wurde Mitarbeiter des AM-Apparates. Er gehörte in der Partei zu den Linken, war aktiver Anhänger Ruth Fischers. Unter den Decknamen Burg und Herzog im Herbst 1923 führend an den Vorbereitungen für den bewaffneten Aufstand im Oberbezirk Berlin-Brandenburg beteiligt. Er koordinierte militärische Aktionen in Hamburg, Halle und Fürstenwalde, auch Sprengstoffanschläge, u. a. im Juni 1924 in Potsdam. Wegen eines drohenden Strafverfahrens wegen Hochverrats und Sprengstoffvergehens flüchtete er in die Sowjetunion, besuchte dort einen militärpolitischen Lehrgang und arbeitete anschließend bis 1928 im Apparat der Komintern in Moskau. Nach einer Amnestie kehrte König im September 1928 nach Deutschland zurück, offiziell bei der IAH tätig, wurde er wieder Mitarbeiter des AM-Apparates. Er war beteiligt an verschiedenen Aktionen der KPD (z. B. am Mordanschlag auf Horst Wessel im Januar 1930). Am 28. März 1931 in Berlin verhaftet, wurde er am 9. Juli 1932 vom Reichsgericht zu drei Jahren Festungshaft verurteilt. Durch die \"Schleicher-Amnestie\" im Dezember 1932 aus dem Gefängnis Hamburg-Bergedorf entlassen, arbeitete er wieder für den AM-Apparat. Am 6. Juni 1933 in Berlin inhaftiert, am 17. April 1934 freigelassen, emigrierte er im Mai 1934 mit seiner Frau Alma, geborene Schirro (* 21. Oktober 1899 in Berlin-Schöneberg) und der Tochter Gerda (* 15. August 1923 in Berlin) über die Tschechoslowakische Republik in die Sowjetunion. Dort wurde er ab Dezember 1934 Sekretär des Direktors am Pädagogischen Institut in Odessa. Am 7. September 1935 vom NKWD verhaftet, aber am 1. April 1936 entlassen, jedoch am 6. August 1936 abermals festgenommen. Vom MKOG als \"Spion\" und wegen seiner Verbindungen zu Ruth Fischer, Arkadi Maslow und Alexander Emel am 29. Mai 1937 zum Tode verurteilt, wurde Gustav König noch am selben Tag erschossen. Im Februar 1940 durch die NS-Behörden noch ausgebürgert. Seine Frau wurde ebenfalls im Herbst 1936 vom NKWD verhaftet und ist seitdem, wie ihre Tochter, verschollen.
Web:
www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/de/recherche/kataloge-datenbanken/biographische-datenbanken/gustav-koenig
Literatur:
Weber, Hermann: \"Weiße Flecken\" in der Geschichte. Die KPD-Opfer der Stalinschen Säuberungen und ihre Rehabilitierung. Berlin: LinksDruck, 1990, S. 97; Institut zur Geschichte der Arbeiterbewegung (Hrsg.): In den Fängen des NKWD. Berlin: Dietz Verl., 1991, S. 122

Hilfestellung bei der Auflösung verwendeter Abkürzungen:
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