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Name:
Lewin, Gabriel (Gabo) (auch: Bauer, Ernst)
Geboren:
21. Dezember 1906, Berlin
Bio:

Sohn einer jüdisch-kleinbürgerlichen Familie; besuchte das Gymnasium, kaufmännische Lehre. 1924 trat er in die Kommunistische Jugend, 1926 in die KPD ein, wurde Funktionär im UB Berlin-Lichtenberg. Seit Herbst 1932 gehörte er dem ZK des KJVD an. Lewin kandidierte im März 1933 zum Preußischen Landtag, wurde gewählt, konnte aber sein Mandat wegen des Naziterrors nicht annehmen. Er emigrierte 1934 in die Niederlande und wurde nach der Verhaftung Fritz Grosses im August 1934 Vorsitzender des illegalen KJVD. Im Februar 1935 in Amsterdam inhaftiert und nach Belgien ausgewiesen, kam am 25. September 1935 in die Sowjetunion. Da Lewin ein Anhänger Fritz Schultes war, im KJVD abgelöst, Redakteur der "Deutschen Zentral-Zeitung". Am 15. Februar 1938 vom NKWD verhaftet und wegen "konterrevolutionärer Tätigkeit" am 17. August 1938 zu zehn Jahren Lagerhaft verurteilt, er überlebte bis 1953 verschiedene Arbeitslager, darunter Kolyma. Lewin war schwerkrank und arbeitete dann, in Kasachstan zwangsangesiedelt, bis 1955 als Deutschlehrer. Am 16. April 1955 durch das Militärkollegium in Moskau "rehabilitiert", konnte er einen Monat später in die DDR ausreisen. Hier begann er als Mitarbeiter beim Staatlichen Rundfunkkomitee bzw. beim "Neuen Deutschland" und wurde später Sektorleiter der Westabteilung im ZK der SED, er erhielt den Karl-Marx-Orden. Gabriel Lewin starb am 14. Februar 1995 in Berlin. Seine Lebensgefährtin Herta Reder-Lewin, geborene Gottfeld (* 8. Juni 1908, gest. 2. August 1997), lernte Kinderpflegerin. 1924 Mitglied der jüdischen bürgerlichen Jugendbewegung "Kameraden", trat sie im Februar 1928 in den KJVD, 1929 in die KPD ein. 1935 kam sie über Prag nach Moskau, wo sie eine Lebensgemeinschaft mit Gabo Lewin einging. Bis Ende August 1948 war sie als Kinderkrippenschwester und Desinfektor für Kolchose und Sowchose mit ihrem Sohn Andrej in Kasachstan. Bereits 1948 konnten beide in die SBZ ausreisen, wo sie bis 1950 im FDGB Bundesvorstand arbeitete, danach bis 1981 als Mitarbeiterin am IML für die Lenin-Edition mitverantwortlich.

Web:
www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/wer-war-wer-in-der-ddr-%2363%3B-1424.html?ID=4718
Literatur:

Institut zur Geschichte der Arbeiterbewegung (Hrsg.): In den Fängen des NKWD. Berlin: Dietz Verl., 1991, S. 136-137; Reder, Andrej: Dienstreise. Leben und Leiden meiner Eltern in der Sowjetunion 1935 bis 1955. Berlin: Verl. Neues Leben, 2015

Hilfestellung bei der Auflösung verwendeter Abkürzungen:
arrow Verzeichnis der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

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