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Name:
Presche, Willy (Wilhelm; auch: Rieck, Otto)
Geboren:
1. Dezember 1888, Berlin
Bio:

Lernte Schlosser, Soldat im Weltkrieg, danach Übersiedlung nach Hamburg, 1918 Mitglied der USPD, 1920 mit der linken USPD zur KPD. 1924 auf eine Schule nach Moskau delegiert, erhielt dort eine neunmonatige politische und militärische Ausbildung. Nach seiner Rückkehr baute er im Bezirk Wasserkante den "Ordnerdienst" und dann den RFB mit auf. Von 1926 bis 1931 war Presche Abgeordneter der Hamburger Bürgerschaft, Mitglied der BL Wasserkante und der Beschwerdekommission. Im Zusammenhang mit der Wittorf-Affäre und der Absetzung Ernst Thälmanns 1928 wurde er wie John Schehr und Ludwig Rieß als Mitwisser der Unterschlagungen kurze Zeit seiner Funktion enthoben, dann aber durch Thälmann rehabilitiert und erneut in die BL Hamburg aufgenommen. 1930 in den AM-Apparat des ZK der KPD unter Hans Kippenberger nach Berlin geholt. Wegen Verdachts an der Beteiligung am Doppelmord an zwei Berliner Polizeibeamten im August 1931 wurde nach Presche gefahndet. Er entzog sich der drohenden Verhaftung, flüchtete mit seiner Frau Heny in die Sowjetunion, lebte in Odessa und arbeitete er in einem Außenhandelsunternehmen. Presche geriet dort in die Stalinschen Säuberungen und wurde 1937 verhaftet, seine Spur verliert sich im Gulag.

Web:
www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/wer-war-wer-in-der-ddr-%2363%3B-1424.html?ID=4908
Literatur:

Institut zur Geschichte der Arbeiterbewegung (Hrsg.): In den Fängen des NKWD. Berlin: Dietz Verl., 1991, S. 175; Hedeler, Wladislaw: Möglichkeiten und Grenzen bei der Erstellung von Kollektivbiographien Dokumente von Gulag-Häftlingen in den Kaderakten der Komintern. In: Buckmiller, Michael u. Klaus Meschkat (Hrsg.): Biographisches Handbuch zur Geschichte der Kommunistischen Internationale. Berlin: De Gruyter, 2007, S. 403-404

Hilfestellung bei der Auflösung verwendeter Abkürzungen:
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