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Name:
Tromm, Emma, geb. Schaaf (auch: Dornberger, Emma)
Geboren:
1. März 1896, Köln
Bio:

Fabrikarbeiterin. 1920 Heirat mit Andreas Tromm, später Scheidung. Seit 1920 in der KPD, Funktionärin im Bezirk Mittelrhein, ab 1924 in Bremen Parteikassiererin des Bezirks Nordwest. Arbeit als Buchhändlerin im Verlagswesen der Arbeiterverlage. Sie schrieb 1932 zusammen mit ihrem Lebensgefährten Paul Dornberger den Erinnerungsbericht "Frauen führen Krieg", der in Fortsetzungen in der "Roten Fahne" und später als Roman erschien. 1932 2. Sekretärin des BPRS, emigrierte sie Mitte März 1933 mit ihrer Schwester Katharina Dengel (Frau von Philipp Dengel) in die Sowjetunion, Kursantin an der KUNMS. Ende 1936 wegen ihrer Freundschaft mit Abraham Brustawitzki, den das NKWD inzwischen als "Volksfeind“ verhaftet hatte, auf der Parteiversammlung der Deutschen Sektion des Schriftstellerverbandes wegen "mangelnder Wachsamkeit" kritisiert und aus allen Ämtern entlassen. Sie übersiedelte zu Willy Harzheim nach Prokopjewsk, bis 1946 Lehrerin. 1947 Rückkehr nach Deutschland, Mitglied der SED, später Mitarbeiterin an der DDR-Botschaft in Bukarest. Die Veröffentlichung ihrer Lebenserinnerungen hat die SED-Führung 1964 verboten, da Emma Tromm auf die Schilderung der Verhaftungen in der Sowjetunion nicht verzichten wollte. Am 7. Januar 1991 in Berlin verstorben.

Web:
www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/de/recherche/kataloge-datenbanken/biographische-datenbanken/paul-dornberger
Literatur:

Stark, Meinhard: "Ich muß sagen, wie es war". Deutsche Frauen des GULag. Berlin: Metropol, 1999, S. 106-107, Fn 208; Hedeler, Wladislaw: Chronik der Moskauer Schauprozesse 1936, 1937 und 1938. Berlin: Akademie Verl., 2003, S. 67, 90, 101, 291, 332, 336, 345, 452, 680; Abel, Werner: Menschen haben ihre Schicksale, Bücher aber auch. o.J.

Hilfestellung bei der Auflösung verwendeter Abkürzungen:
arrow Verzeichnis der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Korrekturempfehlungen oder Ergänzungen:
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Wenn ein Dummkopf einen Stein in den Garten wirft,
können ihn tausend Weise nicht entfernen.

(zit. nach Joseph Roth, Brief an Arnold Zweig vom 28. August 1934)