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Name:
Wundersee, Erich
Geboren:
25. Mai 1889, Berlin-Weißensee
Bio:
Sohn eines Zimmermanns; lernte selbst Zimmermann. Von 1911 bis 1913 Militärdienst, 1913 Eintritt in die SPD, während des Weltkrieges Mitglied der USPD. 1917 desertierte er und lebte illegal in Berlin. Im November 1918 gehörte er unter Emil Eichhorn zu den Besetzern des Berliner Polizeipräsidiums und war Mitglied des Soldatenrates der Berliner Sicherheitswehr. Ende 1918 nahm Wundersee als Gast am Gründungsparteitag der KPD teil, blieb aber in der USPD, militärischer Leiter des Bezirks Berlin-Kreuzberg. 1920 Mitglied der KPD und Leiter der Proletarischen Hundertschaften. 1923/24 Angestellter in der sowjetischen Botschaft bzw. Handelsvertretung. Im Oktober 1924 verhaftet und nach einjähriger Untersuchungshaft 1925 zu dreieinhalb Jahren Gefängnis wegen \"Vorbereitung zum Hochverrat\" verurteilt. Nach seiner Freilassung Angestellter des ZK der KPD, ab Dezember 1928 Verwalter der Reichsparteischule \"Rosa Luxemburg\" in Fichtenau bei Berlin. Am 4. Juli 1933 floh er über Hamburg in die Sowjetunion, dort ab 1. August 1933 Angestellter an der Parteischule der Komintern. Er kam 1936 als Mechaniker auf einen Sowchos im Rayon Kaluga, wurde 23. Juni 1941 vom NKWD verhaftet und im Februar 1942 zu acht Jahren Arbeitslager verurteilt, befand sich bis Juli 1949 im Lager Schistinsk, danach Zwangsansiedlung in Topschicha im Altaigebiet, zuletzt Reparaturschlosser bei der Eisenbahn. Er beantragte bei der Generalstaatsanwaltschaft der UdSSR seine Rehabilitierung und durfte im Dezember 1957 in die DDR ausreisen. Bis 1962 ehrenamtlicher SED-Funktionär, er erhielt 1974 die Ehrenspange zum VVO in Gold. Erich Wundersee starb am 6. Juni 1978 in Schöneiche bei Berlin.
Web:
www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/de/recherche/kataloge-datenbanken/biographische-datenbanken/erich-wundersee
Literatur:
Institut zur Geschichte der Arbeiterbewegung (Hrsg.): In den Fängen des NKWD. Berlin: Dietz Verl., 1991, S. 259

Hilfestellung bei der Auflösung verwendeter Abkürzungen:
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Es genügt nicht,

keine Meinung zu haben.

Man muß auch unfähig sein,

sie auszudrücken.

 

(Wolfgang Neuss)