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Name:
Brustawitzki, Abraham (Abram Chemjanowitsch; auch: Brzestowiecki; Brzostowiecki, Brustow, A.)
Geboren:
15. August 1908, Kolno
Bio:

Schriftsteller, Journalist und Übersetzer. Polnischer Nationalität. Verheiratet mit Hertha Brustawitzki. Seit September 1931 KPD, politisch tätig im Bezirk Magdeburg-Anhalt. Der Magdeburger Arzt arrow Dr. med. Otto Josef Schlein unterhielt freundschaftliche Beziehungen zu Brustawitzki und seiner Familie. Im August 1932 Übersiedlung in die UdSSR, zunächst in Moskau, dann in Leningrad, wohnhaft Gribojedov-Kanal Haus 9 Wohnung 27. In der Länderkommission der Internationalen Vereinigung Revolutionärer Schriftsteller (IVRS), russisch: Meždunarodnoe ob’edinenie revoljucionnych pisatelej (MORP), Feuilletonredakteur der "Rote Zeitung", Zusammenarbeit mit arrow Richard Lengyel. Freundschaft mit arrow Emma Tromm. Am 21. Mai 1936 verhaftet, am 22. September 1936 von einer "Sonderberatung" des NKWD nach § 58(10) des Strafgesetzbuches wegen antisowjetischer Propaganda und Agitation zu 5 Jahren "Besserungsarbeitslager" verurteilt, weiteres Schicksal unbekannt. Am 28. September 1989 rehabilitiert.
Die Eltern Abraham Brustawitzkis, der Kaufmann und Pferdehändler Chemia Brzostowiecki (* 1876) und seine Ehefrau Rosa (*1875), geb. Zabielowicz, sowie der Bruder Chaim Baruch (* 1898), dessen Frau Helene (* 1898) und der Sohn David (* 1922) wurden Opfer des Holocaust. Der Bruder Motek (* 1906, auch arrow Max Brusto), Journalist und Schriftsteller, lebte zunächst in Hamburg, von 1933 bis 1942 in Paris und Nizza. Er floh über den Genfersee in die Schweiz, wo er in Auffang- und Arbeitslagern interniert wurde. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges kehrte er wieder nach Frankreich zurück.
Veröffentlichungen (unter A. Brustow):
- Zu den Gedichten von Wilhelm Tkaczyk. In: Internationale Literatur. Zentralorgan der Internationalen Vereinigung Revolutionärer Schriftsteller. Bd. 3. 1933, Nr. 1, Januar, S. 128-130
- Bertolt Brekht. Zvezda. 1935, Nr. 9, S. 144-162
- Der Dichter in der Emigration. In: Der Kämpfer. Monatsschrift für Literatur und Kunst. Organ des Verbandes der Sowjetschriftsteller der ASSRdWD. Bd. 4. 1936, Nr. 2, Februar, S. 63

Web:
Literatur:

Rudolf, A. (d.i. Lengyel, Richard): Abschied von Sowjetrußland. Zürich: Schweizer Spiegel-Verl., 1936, S. 233, 244-247, 290-294, 299, 320-327, 357; Pike, David: Lukácz und Brecht. Tübingen 1986, S. 209-211, 267; Institut zur Geschichte der Arbeiterbewegung (Hrsg.): In den Fängen des NKWD. Berlin: Dietz Verl., 1991, S. 44-45, 373; Müller, Reinhard: Die Säuberung. Reinbek b. Hamburg 1991, S. 102ff., 204; Lukács, Georg, Johannes R. Becher, Friedrich Wolf u.a.: Die Säuberung. Moskau 1936: Stenogramm einer geschlossenen Parteiversammlung. Reinbek b. Hamburg: Rowohlt, 1991, S. 10, 53, 102f., 107ff., 214f., 224, 239f., 301, 334, 360ff., 367ff., 371, 375f., 379f., 384, 450f., 455, 470, 522, 525, 539; Stark, Meinhard: "Ich muß sagen, wie es war". Deutsche Frauen des GULag. Berlin: Metropol, 1999, S. 106-107; Schmidt, Werner: Lebensweg eines jüdischen Arztes aus Magdeburg. Magdeburg 2008, S. 53; Parker, Stephen: Bert Brecht. Eine Biographie. Frankfurt/M.: Suhrkamp, 2018, S. 525; Recherchen von Andreas Decker (MEMORIAL Deutschland e.V.)

Hilfestellung bei der Auflösung verwendeter Abkürzungen:
arrow Verzeichnis der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Korrekturempfehlungen oder Ergänzungen:
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Aus einem bestimmten Blickwinkel betrachtet,

ist das Erschreckendste auf der Welt das eigene Leben,
die Tatsache, dass es nur dir selber gehört und sonst niemanden.

 

John Updike in memoriam